Homosexualität – Fakten statt Mythen! Teil 1

[Foto via Nicole Cambré]

Homosexualität – Fakten statt Mythen!

Hi! Willkommen bei Biochemie mit Bianca. Heute geht’s um Homosexualität!

Homosexualität ist ein sehr spannendes Thema und gesellschaftlich aufgeheizt. Es ranken sich darum viele Mythen und noch mehr Halbwissen.

Dieses Thema liegt mir auch persönlich sehr am Herzen und ich habe mir extra viel Zeit für die Recherche genommen. In dieser Episode begegnen wir zehn großen Fragen über  Homosexualität:

  1. Ist Homosexualität natürlich?
  2. Welchen Zweck hat Homosexualität?
  3. Wo auf der Welt findet man Homosexualität?
  4. Ist Homosexualität eine Krankheit?
  5. Ist Homosexualität nur eine Phase?
  6. Erkennt man Homosexualität bereits im Kindesalter?
  7. Ist Homosexualität anerzogen?
  8. Liegt Homosexualität in der Familie?
  9. Haben die Geschwister Einfluss auf die Sexualität?
  10. Ist Homosexualität vererbbar? (in Teil 2)

 Wir ersetzen Mythen durch Fakten und Halbwissen durch fundiertes Wissen. Auf geht’s!

Wie wird Homosexualität überhaupt definiert:

Wenn zumindest einer von drei Komponenten zutrifft, spricht man von Homosexualität:

  1. Sexuelle oder romantische Anziehung oder Erregung
  2. Sexuelles Verhalten
  3. Sexuelle Identität 1

Gleich vorweg: Es gibt mehr Daten zu Homosexualität bei Männern als bei Frauen. Und wie wir wissen, sind Männer und Frauen unterschiedlich.

Man kann deshalb auch homosexuelle Männer und Frauen nicht 1:1 vergleichen. Die homosexuelle Ausrichtung hat teilweise nämlich verschiedene Ursprünge.2

Auch die Bisexualität ist im Vergleich noch weitgehend unerforscht. Bis vor kurzem wurden bisexuelle Menschen entweder komplett ignoriert, oder zu den hetero, – oder homosexuellen Menschen gezählt.3 Diese Episode handelt zu großen Teilen von der Homosexualität.

 

Starten wir mit der ersten großen Frage:

Ist Homosexualität natürlich?

Man kann die Frage auch anders stellen, nämlich:

Existiert Homosexualität auch bei anderen Tieren außer bei Menschen?

Oder ist Homosexualität ein Produkt der menschlichen Evolution?3

Laut Duden bedeutet das Wort „natürlich“: „In der Natur vorkommend“.4

 

In der Tierwelt sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder sexuelle Handlungen sehr weit verbreitet.5,6 Das reicht von Insekten, Vögeln bis zu Säugetieren. Schau dir die Bilder von Löwen in den Shownotes an. Kuscheln und mehr!

Also JA – Homosexualität ist komplett natürlich. Hätten wir das abgehakt. Weiter geht’s mit…

 

Frage Nummer 2:

Welchen Zweck hat Homosexualität?

Der Sinn und Zweck des gleichgeschlechtlichen Verhaltens ist genauso divers wie die verschiedenen Tierarten. Forscher vermuten, dass hier von sexueller Lust bis zum Nutzen des gemeinsamen Aufziehen des Nachwuchs alles dabei ist.

Manche Meeressäuger stimulieren mit der Nase die Genitalien gleichgeschlechtlicher Artgenossen.  Bestimmte Gänse bilden 3er-Gemeinschaften und ziehen den Nachwuchs gemeinsam auf. Manche Affenweibchen der japanesischen Makaken leben in lebenslanger Partnerschaft mit anderen Weibchen. Wenn die Affenmännchen ein Weibchen erfolgreich gefangen hat, paaren sich diese schnell. Aber daraufhin kehrt das Weibchen schnellstmöglich zu ihrer weiblichen Partnerin zurück. Bonobo Affen sind besonders für ihre sexuelle Freiheit bekannt. Alt mit Jung, jung mit alt, Weibchen mit Männchen, Weibchen mit Weibchen, Männchen mit Männchen, dominant mit unterwürfig und umgekehrt.

Mal ist der eine oben, dann wieder unten. Da ist alles dabei. Bei den Bonobos wurde beobachtet, dass sexuelle Handlungen verstärkt bei Spannungen in der Gruppe, wie zum Beispiel Futtermangel praktiziert wird. Gibt es zu wenig Futter, wird viel gestritten und gekämpft. Aber gibt es zu wenig Futter und die Affen haben Sex, teilen die Affen das Futter bereitwilliger. Sex und Teilen statt Kampf und Aggression. Die Bonobos leben das Woodstock der Affenwelt. 7,8 Übrigens Bonobos zählen zu den engsten Verwandten des Menschen. 9

Die sechsteilige Serie einer Dokumentation über Homosexualität in der Tierwelt findest du, wenn du dem Link in den Shownotes folgst.

 

Es besteht die Theorie, dass weibliche Homosexualität einen starken evolutionären Vorteil für die Aufbringung von Kinder hat. In der menschlichen Geschichte war es nicht unüblich, dass die Männer nach der Zeugung schnell von der Bildfläche verschwanden. Bzw. die Kinder eines anderen Mannes sogar töteten. Homosexuelle Partnerschaften von Frauen ermöglichten das Überleben der Kinder und gegenseitige Unterstützung. 10,11

 

Charles Darwin ist der Vater der Evolutionstheorie.

Laut dieser Theorie entwickelten sich Lebewesen aufgrund der natürlichen Auslese, also dem Selektionsdruck weiter. Wir Menschen, wie auch Pflanzen und die gesamte Tierwelt sind genauso wie wir sind, weil alles Unnötige und Hinderliche über die Jahrtausende ausgesondert wurde.

Am ersten Blick mag Homosexualität da nicht dazu passen. Wenn sich homosexuelle Menschen nicht zum entgegengesetzten Geschlecht angezogen fühlen, pflanzen sie sich im geringeren Ausmaß fort. Wie konnte die gleichgeschlechtliche Liebe die gesamte menschliche Geschichte über weiter bestehen? Man spricht deshalb von einem darwinischen Paradoxon. 12,13

Wenn Homosexualität in den Jahrtausend Jahren nicht verschwunden ist, dann kann es keine unnötige und hinderliche Eigenschaft sein.

Homosexualität ist nichts modernes. Sie ist in der menschlichen Geschichte in den verschiedensten Gesellschaften und Kulturkreisen zu finden.14

Lange Zeit wurden- bzw. werden aufgrund sozialer und religiöser Ablehnung  die Augen vor Homosexualität verschlossen und versucht auszugrenzen.15 So wurden zum Beispiel lange Beobachtungen in der Tierwelt nicht veröffentlicht, oder nur stark verschlüsselt weitergegeben. 16

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden viele niedergeschriebene Beobachtungen aus den geheimsten Ecken ausgegraben. Und Tatsache ist, dass auch schon lang vor unserer „modernen Zeit“ Homosexualität auch in der Tierwelt üblich war und ist.17

 

Nächste Frage. Frage Nr. 3. Wo auf der Welt findet man Homosexualität?

Schauen wir uns mal die harten Fakten an:

Schätzungen zu Folge sind weltweit 2-9% der Frauen und 0,5 – 15 % der Männer homosexuell. Die Zahlen variieren je nach Zeit und Ort. In westlichen Ländern sind schätzungsweise 2-7 % beider Geschlechter homosexuell. Die Ermittlung von genauen Zahlen ist sehr schwierig, da viele Menschen aufgrund der Drohung von harten Strafen, Vorurteilen und Homophobie ihre sexuelle Neigung verheimlichen. Sogar in anonymen Befragungen und Fragebogen. 14

Manche Länder geben an, gar keine homosexuellen Menschen in ihrer Bevölkerung zu haben. So auch der damalige iranische Präsident der 2007 bei einem USA Besuch verkündet hat, im Iran gäbe es keine homosexuellen Menschen. Und es mag sogar stimmen, dass in manchen Ländern viel weniger Homosexualität gelebt wird. Dass weniger Menschen gleichen Geschlechtes ein gemeinsames Leben führen und, oder sexuelle Verhältnisse haben.3 Wenn man aber hinter die Kulissen schaut, entdeckt man, dass Peitschenhiebe und die Todesstrafe wegen Homosexualität drohen. Da überlegt man sich halt nochmal was man von sich Preis gibt. 18,1,14,19 Die Todesstrafe lauert übrigens ausschließlich in manchen Ländern in Afrika, Asien und im Mittleren Osten. Die International Lesbian and Gay Association hat wirklich tolle Landkarten erstellt auf denen die gesetzliche Lage aller Länder ersichtlich ist.20

Die aktuellste Landkarte findest du wenn du dem Link in den Shownotes folgst.

Ein Leben voller Diskriminierung, Unterdrückung und Vorurteile führt leider zu einer erhöhten Rate an Depressionen, Angststörungen und Selbstmordversuchen. Vor allem während der Pubertät, einer äußerst sensiblen Zeit, häufen sich Selbstmordversuche. Homosexuelle Menschen haben eine 3-4 Mal höhere Rate an Selbstmordversuchen.1,21

 

Frage Nummer 4: Ist Homosexualität eine Krankheit?

Es gibt tatsächlich Vereinigungen, die es sich zum Ziel gesetzt haben Homosexualität zu „heilen“. Die Anhänger dieser Vereinigungen sind oftmals sehr eng an religiöse Organisationen gebunden.

Für ein und allemal: NEIN, Homosexualität ist keine Krankheit. Es ist ein gesunder Teil unserer Gesellschaft. Liebe National Association for Research & Therapy of Homosexuality: Spart euch die Mühe und setzt eure Energie bitte sinnvoller ein. 3,22 Es gibt auch keine ernstzunehmende Studie die zeigen würde, dass Homosexualität durch die diversen fragwürdigen Therapieansätze heilbar wäre.3,1

 

Frage Nummer 5: Ist Homosexualität nur eine Phase?

Spannenderweise neigen Männer mehr dazu entweder komplett hetero- oder homosexuell zu sein. Währenddessen neigen Frauen öfter zu Bisexualität.

Auch sehr interessant ist die Tatsache, dass Frauen nach einer langen Zeitspanne in der sie ein hetero- oder homosexuelles Leben führten, zum anderen Ufer wechseln! Also homosexuelle Frauen wechseln zu einem heterosexuellem Leben und umgekehrt! Im Kontrast dazu behalten Männer die ursprüngliche sexuelle Ausrichtung bei. 23,24,3

 

Frage Nummer 6:

Erkennt man Homosexualität bereits im Kindesalter?

Zeigt man unabhängigen Beobachtern alte Kindervideos sowohl von homo- als auch heterosexuellen Männern, konnten die Beobachter meistens die sexuelle Orientierung im Erwachsenenalter vorhersehen. Also sogenanntes „nicht-gendermäßiges“ Verhalten, kann Hinweise auf spätere Homo- oder Heterosexualität geben. 25 Dieses Verhalten ist oftmals schon ab einem Alter von zwei Jahren ersichtlich. Auch wenn das Verhalten oftmals schon auf die sexuelle Orientierung hindeutet, so entwickelt sich eben genau dieses Verhalten oftmals trotz und nicht wegen der sozialer Prägung.26

Das heißt aber bei weitem nicht, dass alle Jungen, die mit Puppen spielen, homosexuell sind! Bei Mädchen ist die sexuelle Orientierung nicht so gut „vorhersehbar“.3 Aber bei Frauen gibt es auch einen größeren Teil an bisexueller Ausrichtung.

 

Und so kommen wir bereits zu unserer nächsten Frage: Frage Nr. 7:

Ist Homosexualität anerzogen?

Hierfür möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichte ist leider wahr und hat in den USA in der zweiten Hälfte des  20.Jahrunderts – also noch gar nicht lang her – stattgefunden. Selten aber doch kam und kommt es vor, das Jungen mit einem deformierten Penis auf die Welt kamen. Die Ärzte zu der damaligen Zeit dachten, dass man dem Jungen einen Gefallen täte, indem man ihm den deformierten Penis abnimmt und ein weibliches Geschlechtsteil daraus bastelt. Der Junge hat einen Mädchennamen bekommen, Kleidung für Mädchen angezogen und wurde durch und durch als Mädchen aufgezogen.

Man war der Meinung, dass wenn ein Kind als Mädchen oder Junge erzogen wird, sich dieses Kind auch als Mädchen oder Junge fühlt. Vorausgesetzt das Kind schaut dementsprechend aus und das gesamte soziale Umfeld vermittelt dem Kind lebenslang, dass es ein Junge, oder Mädchen ist.

 

Nun ja. Dem ist nicht so. Obwohl diese biologischen Jungen als Mädchen aufgezogen wurden, identifizierten sich die meisten trotzdem als Junge und fanden Mädchen, bzw. Frauen attraktiv. Also sowohl die sexuelle Identität, als auch die sexuelle Orientierung entwickelte sich trotz der großen Mühen des sozialen Umfeldes anders als ursprünglich gedacht.

Wenn jetzt also Heterosexualität bereits vor der Geburt verankert ist, wieso sollte es bei Homosexualität anders sein?          3

Wenn ein homosexuelles Pärchen Kinder aufzieht, werden die Kinder auch homosexuell?

Auch hier gilt: Die sexuelle Orientierung wird nicht durch die Erziehung beeinflusst. Kinder die von homosexuellen Eltern aufgezogen werden, unterscheiden sich nicht von Jenen die von heterosexuellen Eltern aufgezogen werden. 27,28

 

Frage Nr. 8: Liegt Homosexualität in der Familie?

Homosexualität scheint nicht zufällig in der Gesellschaft verteilt zu sein, sondern kommt in manchen Familien häufiger vor, als in anderen. 29,30

Aber obwohl Homosexualität in manchen Familien stärker vertreten ist, gilt das jeweils nur für das gleiche Geschlecht! Also die Chancen stehen höher, dass ein homosexueller Mann männliche Verwandte hat, die ebenfalls schwul sind.

Die Chancen stehen besser, dass ein homosexueller Mann Cousins, Neffen, oder Onkel hat, die schwul sind, aber keine höhere Chancen, dass seine Tante, Nichte, oder Cousine lesbisch sind!14

 

Frage Nr. 9: Haben die Geschwister Einfluss, ob man homo, – hetero,- oder bisexuell ist?

Je mehr Söhne eine Mutter bekommt, desto höher ist die Chance, dass der jeweils jüngste Sohn schwul ist. Auch wenn die Söhne in verschiedenen Haushalten groß werden. Die Anzahl an Töchter beeinflusst das überhaupt nicht! Auch nicht Stief, oder Halbbrüder väterlicherseits. Für diese Theorie hat allein die Anzahl an Schwangerschaften mit Jungen einer Mutter Einfluss. Auch Schwangerschaften die oft unbemerkt abgehen.

Man nennt das den „Effekt der brüderlichen Geburtsfolge”. Das gilt nur für männliche Homosexualität! Die sexuelle Ausrichtung von Frauen wird NICHT von der Anzahl und Geschlecht der Geschwister beeinflusst.  31,32,33

Warum wird die männliche Sexualität von vorhergegangen Schwangerschaften mit männlichen Babys beeinflusst? Die aktuellste Theorie und Beobachtung ist folgende:

Ein werdendes Baby ist anfangs ja nur ein Zellhaufen. Auch wenn diese Zellen am ersten Blick nur ausschauen wie paar Seifenblasen, sieht man bei genauerer Beobachtung, dass diese Zellen schon ziemlich komplex sind. So haben die kleinen Zellen zum Beispiel ein bestimmtes Molekül an der Zelloberfläche die ganz spezifisch für das Geschlecht sind.

 

Also sagen wir, alle weiblichen Babyzellen sind überzogen mit rosa Plastilin, rosa Knetmasse. Alle männlichen Babyzellen sind überzogen mit blauer Knetmasse.

Wenn männliche Babyzellen sich im weiblichen Mutterleib entwickeln, haben wir männliche Zellen- mit blauer Knetmasse in einem Umfeld, dass nur weiblichen Zellen- also mit rosa Knetmasse kennt! Wenn das erste Mal der weibliche Organismus diese blaue Knetmasse sieht, ist er etwas über diese neue Materie- die blauen Knetmasse- überrascht.

Deshalb überklebt der mütterliche Organismus zögerlich etwas rosa Knetmasse über die blaue Knetmasse der männlichen Babyzellen.

Aber so zögerlich, dass die männlichen Babyzellen noch voller blauer Knetmasse sind.

So weit so gut. Der erste blaue Zellhaufen – der erste Junge – kommt zur Welt.

Wird die Mutter  wieder mit einem Jungen – also blauen Babyzellen – schwanger, denkt sich der mütterliche Leib: „Was, schon wieder blaue Knetmasse??“, und überklebt gleich noch mehr von der blauen Knetmasse mit der eigenen rosa Knetmasse.

Je öfter blaue Babyzellen in den mütterlichen Leib kommen, desto mehr blaue Knetmasse wird mit rosa Knetmasse überklebt.

Diese blaue Knetmasse ist im nächsten Baby-Produktionsschritt wichtig für die Hirnentwicklung des werdenden Babys.

Wenn jetzt mehr und mehr blaue Knetmasse überklebt wird, beeinflusst das im nächsten Schritt die Ausbildung der männlichen Hirnstruktur. Im Speziellen diese Hirnstruktur, die für geschlechtliche soziale Bindungen zuständig sind.33,34

Das Ganze ist ein Schutzmechanismus des mütterlichen Organismus gegen fremde Moleküle. Es hat große Ähnlichkeit mit dem Prozess, wie wenn die Mutter und das ungeborene Kind verschiedene Rhesusfaktoren haben. Also unterschiedliche Eigenschaften des Blutes. Zum Beispiel ob man A positiv, oder A negativ ist.

Die Mutter schützt sich vor den fremden Molekülen indem sie Antikörper draufsetzt. Im Falle der männlichen Föten überklebt die Mutter die unbekannte blaue Knetmasse mit Antikörper. Die blaue Knetmasse kann seine Funktion nicht mehr wie ursprünglich ausführen.32,35,33

Mit dieser Theorie der brüderlichen Geburtsfolge erklärt sich in etwa ein Drittel der Homosexualität bei Männern.

Aber was ist mit allen anderen homosexuellen Männer und jeglichen homosexuellen Frauen?

Das klären wir in der kommenden Episode!

 

Fassen wir das bisherige Wissen zusammen.

Homosexualität ist eine natürliche Eigenschaft und ist weit verbreitet in der Menschen- und Tierwelt. Während mehr Frauen zu Bisexualität neigen, bzw. zwischen homo- und heterosexuellen Lebeweisen wechseln, ändert sich die sexuelle Ausrichtung bei Männern nicht. Es handelt sich nicht um eine sogenannte Phase.

Die Aussage, Homosexualität sei anerzogen, ist schlicht und einfach falsch.

Wenn eine Frau mehrere Schwangerschaft mit Jungen hat, erhöht das die Chance auf Homosexualität für den jeweils jüngsten Sohn. Die sexuelle Neigung wird schon von der Geburt an mitgegeben. Niemand sucht sich die eigene sexuelle Neigung aus.

Homosexualität liegt tatsächlich verstärkt in manchen Familien.

Ich will hier betonen, dass man dank der Forschung bestimmte Wege besser versteht, die es schon sehr viel früher gab. Die Erforschung der Herkunft von Sexualität dient rein dem Zuwachs an Wissen. Nicht um an Homosexualität etwas zu ändern!

Wenn du dich weiter einlesen möchtest, findest du alle Infos inklusive Transkript und Quellen auf www.biochemiemitbianca.com. Folge einfach dem Link in den Shownotes. Er leitet dich zu der aktuellen Episode. Außerdem findest du diesen Podcast auf Facebook und Instagram und bleibst damit immer am Laufenden!

Nächstes Mal bei Biochemie mit Bianca widmen wir uns der 10. Und somit letzten Frage: Ist Homosexualität vererbbar? Liegt sie in den Genen?

Bis zum nächsten Mal bei Biochemie mit Bianca!

Servus und Baba

[Photo via Nicole Cambré]

Landkarte mit Gesetzen bezüglich Homosexualität 2019:

https://ilga.org/ilga-map-sexual-orientation-laws-2019

Dokumentation über Homosexualität in der Tierwelt (Teile 1-6):

 

 

Quellen:

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